Forschung und Teilbereiche des Projekts

 

Dokumentation:

Grundlage der wissenschaftlichen Bearbeitung der oben erwähnten Forschungsfragen ist die präzise Dokumentation der archäologischen Befunde sowie der einzelnen Funde. Hierbei erfolgt die Aufnahme sowohl in Form von archäologischen Zeichnungen wie auch als Foto und teilweise 3D-Modellisierung. Anhand dieser Dokumentation erfolgt dann an der Universität Basel und in ihren Bibliotheken die nachhaltige Datenpflege, die Analyse der Funde und Befunde, sowie die Vorbereitung verschiedener Veröffentlichungen.


Konservierung und Restaurierung:

Neben der Bearbeitung der Keramik, die wichtige chronologische Anhaltspunkte liefert, stellt die restauratorische Behandlung von Objekten aus organischem Material eine zentrale Aufgabe der kommenden Kampagnen dar. Ein Grossteil der Objekte und Fragmente ist durch Feuchtigkeit nach Wassereinbruch in den Gräbern (KV 26, 59) oder durch Feuer (KV 40) beschädigt. Die Stabilsierung und Konservierung dieser Objekte steht im Zentrum der restauratorischen Arbeit des Basler Projektes. Diejenigen Gräber, die von Wassereinbrüchen verschont blieben (KV 31, 40 und 64), enthalten bedeutende Mengen von Objekt(fragmenten) aus organischen Materialien (Holz und Cartonnge). Die in diesen Gräbern geborgenen Textilreste werden von Spezialistinnen der Abegg-Stiftung Riggisberg analysiert, was für Ägypten erstmalig zu einer systematischen Aufarbeitung der für die Mumifizierung und als Grabbeigaben verwendeten Textilien führt.

Mumien-Analyse:

Die Mumienüberreste aus den Gräbern KV 31, 40 und 64 werden vor Ort unter Leitung von Prof. Dr. Frank Rühli (Universität Zürich, Institut für Evolutionäre Medizin und Swiss Mummy Project) und seinem Team auf Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand und eventuelle körperliche Anomalien hin untersucht. Die gewonnen Daten liefern einen Einblick in die Ernährungs-, Hygiene- und Lebensgewohnheiten am pharaonischen Hof der 18. Dynastie. Die Tierknochen, die in einigen Gräber (KV 31) gefunden wurden und zu Opfergaben bzw. Nahrungsmitgaben gehören, sind Gegenstand einer Untersuchung durch Prof. Dr. Salima Ikram (American University of Cairo).

Geodäsie, 3D Scanning & Landscape archaeology:

Im Verlauf der kommenden Kampagnen wird die Vermessung und Kartographie der Gräber sowie des Seitentales fortgesetzt. Auf Grundlage dieser Daten wird ein digitales Geländemodell sowie eine interaktive Karte des Seitentals Thutmosis‘ III. erstellt. Auf der Grundlage dieser Daten wird sich die Entwicklung und Ausgestaltung des Wüstentales zur Sakrallandschaft nachvollziehen lassen und können allgemeine Überlegungen zur Konzeption der Herrschernekropole der 18. Dynastie erarbeitet werden.

Site-Management:

Das Tal der Könige zählt neben dem Ägyptischen Museum in Kairo zu den am stärksten frequentierten Touristen-Zentren des Landes. Ein wichtiger Aspekt der nachhaltigen Arbeit im Tal der Könige ist daher die gezielte, aber zurückhaltende Aufbereitung des Geländes sowie der Grabanlagen. Alle freigelegten Grabschächte werden bereits im Verlauf ihrer Freilegung mit einer oberirdischen Einfassung versehen, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten und um Schacht und Kammern vor Schutt-, und Regenwassereinschwemmungen zu schützen. Mit ihren niedrigen Steinmauern und sandfarbenen Metalldächern fügen sich diese Schutzkonstruktionen diskret und harmonisch in die umgebende Landschaft ein. Für die Zukunft werden auch die Verlegung einer neuen Wegtrasse sowie das Aufstellen von Info-Points mit Besucherinformationen angestrebt.