Bisherige Fortschritte und zukünftige Schwerpunkte

 

1. Kampagne (2009)

Bereits die erste Kampagne liefert Informationen zu den vermutlich von Victor Loret im Jahr 1898 entdeckten Gräbern, zu denen aber keine Grabungsberichte vorliegen. Zunächst müssen das Areal und die Schächte von KV 26 und KV 30 von modernem Schutt und Abfall gereinigt werden. Die Architektur und Keramik liefern erste Anhaltspunkte für eine Datierung der Gräber in die mittlere 18. Dynastie.

 

2. Kampagne (2010)

Wiederentdeckung von Grab KV 59, das vielleicht von Howard Carter entdeckt wurde, dessen genaue Lage jedoch seither wieder in Vergessenheit geraten war. Beginn der Arbeiten in KV 31 und im Oberflächenbereich um KV 40. Survey im Konzessionsareal mit Fokus auf die zahlreichen Graffiti pharaonischer Arbeiter und Beamter an den Felsklippen sowie Dokumentation der bemalten ramessidischen Kultnische an der Ostflanke des Tals.

 

3. Kampagne (2011)

Das Einkammergrab KV 59 erweiset sich als weitgehend fundleere Anlage der 18. Dynastie, die offenbar mehrfach bei Regenfällen überflutet und mit Schutt gefüllt worden war. Es erfolgt die Freilegung der Schächte von KV 29 und KV 40. KV 29 figuriert bereits seit 1825 auf Karten des Tals der Könige, doch bleibt die Anlage völlig unbekannt. Am Ende der Kampagne wird bei den Oberflächenarbeiten um KV 40 eine Geländeanomalie aufgedeckt, die provisorisch als KV 40b bezeichnet wird.

 

4. Kampagne (2012)

Das "Feature" KV 40b erweist sich als neues Grab (KV 64), mit der unberaubten Bestattung der "Sängerin des Amun" Nehemesbastet, die nach vorläufiger Auswertung ihres Sarges und der beigegebenen Holzstele in die 22. Dynastie datiert. Unter der Füllschicht werden die Überreste einer Bestattung der 18. Dynastie entdeckt. Das neben der Grabstätte Thutmosis’ III. (KV 34) gelegene Treppengrab KV 33, von dem bislang nur die Eingangsposition bekannt war, enhält fast ausschliesslich Keramik und liefert keine Hinweise auf die Person, für die es an dieser auffälligen Stelle errichtet wurde. Dieses Grab mit ungewöhnlichem Grundriss wurde offensichtlich schon von Victor Loret und seinem Team untersucht.

 

5. Kampagne (2013)

Die Freilegung und Dokumentation von KV 64 wird abgeschlossen. Der Schwerpunkt der archäologischen Arbeit verlagert sich wieder zum "Massengrab" KV 40, wo mit der Bergung und Dokumentation der zahlreichen, durch Grabräuber und Feuer stark beschädigten Mumienreste in der Seitenkammer D begonnen wird. Im Oberflächenbereich zwischen KV 29 und KV 61 wird ein Kalksteinsplitter (Ostrakon) mit aufgemalter Sonnenuhr entdeckt - die weltweit älteste dieser Art.

 

6. Kampagne (2014)

In KV 40 werden die Seitenkammern gesäubert. Dabei geborgene Gefässscherben weisen Tintenaufschriften (Dockets) auf, in denen einige der bestatteten Individuen namentlich und mit Titel ("Prinzessin/Prinz") identifiziert werden. Insgesamt birgt KV 40 über 50 männliche und weibliche Mumien der 18. und 22. Dynastie verschiedener Altersstufen (auch Kleinkinder) mit ihren Beigaben.

 

Aussicht für die 7.-10. Kampagne (bis 2017)

Das Projekt ist vorläufig bis 2017 angelegt und wird nun durch den Schweizerischen Nationalfonds gefördert. Die Arbeit in den kommenden Kampagnen konzentriert sich auf die Auswertung und Aufarbeitung der komplexen Befundsituation der Gräber KV 40 und 64. Weitere Erkenntnisse zur Geschichte des Seitentals sind von der Freilegung der Gräber KV KV 29, KV 61 und KV 37 sowie den geplanten Säuberungsarbeiten im Bereich der heutigen Eisentreppe zum Grab Thutmosis‘ III. zu erwarten.